Unknown Track - Unknown Artist
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In einer Zeit in der manche Wesen, Menschen genau so wie Wesen magischer Natur, versuchen Dinge zu vergessen und die Vergangenheit ruhen zu lassen auf das, das Morgen ein besseres sein würde als das Gestern, in dieser Zeit versuchen zwei Schwestern sich zu erinnern wer sie wirklich sind. Im selben Atemzug droht jedoch die Präsenz einer Dritten das Schwesterpaar zu zerreisen, und Freundschaft und Liebe müssen sich beweisen in einer Zeit in der die Sterne ein letztes Mal am Himmel strahlen.

Grün

Warme Strahlen durchsiebt und abgeschwächt durch mehrere Lagen eines Stoffes wie Seide. Es war vielleicht sogar Seide hängend in mehreren Schichten, mindestens an die 6, an diesen hohen Fenstern. Fenster die verborgen hinter dem grünen Stoff vielleicht eine Stadt,  großes Ländereien oder vielleicht sogar ein ganzen Königreich würdig waren preiszugeben.
"Merula!" Die Stimme hoch aber gedämpft durch eine schöne prunkvolle Eiben Tür. Eine Eiben Tür, für diesen Teil der Welt üblich, die fast schon eine eigene Geschichte erzählen könnte, so schmuckvoll war sie geschnitzt. Auf ihr waren Hölzerne Schnitzereien im dunklen Holz. Dieses Holz, welches sich nicht wie Holz anfühlte sondern kälter und feiner, wuchs nur in den dunkelsten Ländern Ferunes. Ferune ein Land in der das Licht immer nur knapp über dem Horizont herüberragt, die Menschen und magischen Wesen das Dunkle liebten, die Sterne verehrten und alles liebten was leuchtete wie die hellen Lichtpunkte die stetig über sie wachten. Wachen, und das gefiel mindestens einer in diesem Raum gar nicht, tat nur eine weitere junge Frau außerhalb der Tür. Die Tür die diesen kleinen Raum, möbliert mit maximal, nein genau 3 Möbelstücken Kleiderschrank, Nachtschränkchen und Bettchen, vor der Außenwelt dieses Gebäudes schützte. Ein Gebäude, dessen dunkle Mauern mit lilarnen Verzierungen, dass wohl größer war als alles in den nächsten benachbarten Ländereien die in diesen jungen grünen Augen zitterten. Diese grünen Augen gehörten Merula, Merula Miasii 2. in der Thronfolge der Familie Miasii und grüne Schwester des Hofes Andrasthea. Andrasthea eine prunkvolle mittelgroße, manche nennen sie mächtige Verbündete, andere furchtbare verschworene, Stadt an der Küste Ferunes wo das Licht gerade noch so im Meer verblutet. Manche Menschen sagen den Wesen, Hochkatzen, hier eine besondere Bindung zum Sternenlicht und dem verblutenden Licht im Meer nach. Nichts desto trotz würde jeder Uneingeweihte bei dem Spiegelbild in den grünen Augen Merula's den Atem verlieren. Wohl da das Bild hinter dem vorgezogenen mehrlagigen Vorhang unglaublich märchenhaft war mit den lila-blauen Sternen die eine Stadt erleuchteten und die gleichzeitig schwach vom sterbenden rote Licht vom Meer her beleuchtet wurde. Für Merula war dieser Anblick Alltag und so sprach sie zur Stimme hinter der Tür. "Ich komme gleich Luni..."
Die Präsenz vor der Tür schien unzufrieden, machte es jedoch keinen großen Unterschied. "Merula du weißt welcher Tag heute ist?" Merula schluckte bei diesen Worten. "Ja. Ein Tag den ich lieber streichen würde, löschen, nie schreiben. Die Geschichtsbücher kommen ohne diesen Tag aus." Merulas ruhige aber zitternde Stimme drang gerade so durch die dicke Tür. Die Gestalt hinter Dieser schnaufte kurz. Wie viele Arten des Schnaufen es wohl gab. Die Schwarzhaarige mit den grünen Augen dachte wohl mal wieder zu viel nach. Unverkennbar war es aber eine nette Form des Schnaufens. Eine Art der Rücksicht, Nachsicht, und des Mitgefühles. Merula legte die Hand auf den Türknauf, welcher anders als normale Türknaufe dieser Welt ein kleines Häuschen am Schloss hatte. Dieses war aus einem anderen Holz wie die Tür, viel härter und robuster, obwohl diese auch schon ein Meisterwerk war. Jedoch war dieses Käschen etwas Besonderes. Merula flüsterte etwas unhörbar hinein. Dann steckte ein kleines leuchtend gelbes Wesen sein kleines Köpfchen durch ein kleines Loch an der Oberseite des Kästchens. Dieses Wesen ähnelte einer Maus nur etwas rundlicher. Manche Menschen der alten Welt nennen sie Hamster jedoch ähnelten sie diesen alten Wesen nur, war dies hier doch nur eine magische Version. Ein kleines Häufchen Magie der eine unendlich fähige Magierin Leben geschenkt hatte. Solche kleinen und gleichzeitig großen Wunder waren eine Selbstverständlichkeit für dir junge Hochkatze die ihre eine dicke, etwa 2-3 Fingerbreite, grüne Strähne gleich zog. Diese Strähne war ihr Markenkennzeichen. Oft verbarg sie diese um nicht aufzufallen oder sich ganz kurz wie eine normale Bewohnerin dieser Welt zu fühlen. Jedoch zollte diese eine grüne Strähne von einer Scherbe die viel zu früh abgebrochen war und nicht mehr geheilt werden konnte. Merula schaute das kleine gelbe Hamsterchen an und streichelte es mit einem behutsamen Finger. Das Wesen war nur etwa einen Finger eines Kindes lang.
"Mach auf Suri. Meine Schwester darf eintreten." Merulas Worte waren liebevoll, aber mit einer gefährlichen Traurigkeit untermalt. Was wusste die junge adelige Hochkatze über diesen Tag, das ihr so Angst machte? War es Angst? Man könnte es auch als trauererfüllte Vorsehung erkennen.
Das kleine gelbe magische Wesen kletterte zurück in das kleine Kästchen, wohl ein überaus meisterhaft komplexes Schloss, stellte ein paar Hebelchen und Regler auf die richtigen Höhen, was ein beinahe lautloses Klacken hörbar machte.
Merula öffnete die Tür und starrte in ein falsches Spiegelbild. Ein Spiegelbild welches sie mit besorgten, fast schon bemutternden, Augen ansah.
"Morgen Luni.", begrüßte sie ihre Schwester Luana, die als rotes Ebenbild ihrer Zwillingsschwester das einzig richtige tat. Ihre roten Augen die etwa einen halben Narwal über den Grünen ihrer Schwester weilten sahen sie nachsorgend an. Merula bemerkte erst jetzt, das ihr Schwester bereits festlich angezogen war und sie noch im Schlafanzug in der Schwelle stand. "Ich hab etwas vergessen.... warte.", sagte sie verwirrt und wollte ihre Schwester bereits wieder nach draußen schieben. Diese war allerdings schneller, umschloss ihre Schwester mit beiden Armen und flüsterte in der Umarmung: "Wir schaffen das zusammen. Was eine Scherbe nicht vollbringt?" "Dein Kleid zerknittert...", beendete Merula ihren Satz. Luana ließ von ihr ab und flüsterte weiter: "Was eine Scherbe nicht vollbringt, spiegelt sich bestimmt in Zwei."
Merula verstand was ihre Schwester versuchte zu sagen, war sich aber unsicher was sie erwidern sollte. Sie schlich zurück in ihr Zimmerchen. Luana folgte der jungen Person im Schlafanzug. Luana selbst war in ein hautenges weißrotes Kleid gehüllt, welches ihrem schönen Hochkatzenkörper mehr als schmeichelte. Ihr weißes Haar wallte nach hinten in einer schweren glatten Frisur welche nahezu schwerelos im Raum Zug wehte. Man sah nur schwer eine kräftige rote Stelle in der weißen Haarpracht. Merula sah sich die Haarstelle besorgt an und fragte unwillkürlich hörbar: "Wieso versteckst du sie? Sie ist ein Teil von dir..." Luana schaute weg, auf das die beiden doch das Thema wechseln könnten. Luana wusste wie gefährlich die Präsenz dieser Strähne sein kann. Hierbei handelte es sich nicht um einen sinnlosen hübsch anmutenden Farbklecks in den Haaren der jeweils beiden. Die offene grüne Strähne sowie die versteckte rote Strähne zollten von einer Zeit die heute endete. Luana brach das schweigen: "ich verberge sie absichtlich. Die Zeit in der Scherben gebraucht werden ist vorbei. Schau in die Straßen. Die Welt ist friedlich. Wir sind umsonst in dieser Welt. Die Sterne hätten nicht fallen dürfen..." Die zwei Schwestern schauten sich tief in die Augen und die Grüne flüsterte trotzig: "An dem Tage an dem ich meine Herkunft vergesse wird diese Welt eine andere sein. Sei dir da ganz klar Schwester." Mit diesen Worten schubste sie Luana grob aus dem Zimmer. "Suri Tür abschließen." Wie befohlen schloss sich der lebende Mechanismus Geber im Käschen sofort. Magische Schlösser waren sicherer als sie ein Schmied je herstellen hätte können.
Merula lies sich mit dem Rücken an der Tür an dieser zu Boden rutschen. Sie fühlte sich lustlos und Kalt. Sie hoffte insgeheim, dass ihre Schwester bereits gegangen war. Verbarg sie ihre Strähne, das Zeichen ihrer Abstammung, ihr Daseinsrecht, absichtlich? Aus Angst? Wovor? Merula hatte keine Angst. Sie wusste von Morddrohungen, Hassreden oder versuchten Tötungen auf ihre Familie. Doch konnte kein Samen des Bösen je in ihrer Stadt Fuß fassen. Es war nicht ihre Stadt, eher noch die ihrer Schwester als 1. in der Thronfolge und noch viel mehr ihrem Vaters als König dieser Lande. Sie fühlte sich wie die kleine Schwester die 11 Minuten zu spät kam und dadurch weniger wert war. Sie vergrub ihre grünen fluoreszierenden Augen, Anzeichen für die Waldkatzen Gene in ihrer Blutlinie, in ihren zierlichen Händen. Sie war nicht so verantwortungsbewusst wie ihre Schwester und schon gar nicht so selbstbewusst. Sie stand auf vom teils hölzernen teils steinernen Boden ihres kleinen Turmzimmers. Ihr Körper war flau, jedoch stand sie zielgerichtet und stark da. Sie schleppte sich zu ihrem Kleiderschrank und schaute unwillkürlich in den Spiegel neben Diesem. Ihr Augen waren geschmälert und leicht mit Tränen gefüllt. Scheinbar setzte sie die perfekte Art ihrer Schwester unter Druck. Sie flüsterte schaudernd: "Dein Körper ist so perfekt..." Sie betrachtete ihren Körper der ohne den Schlafanzug, dieser lag nun lieblos in der Ecke, nur noch von einem schlicht anmutenden BH und einem Höschen bedeckt wurde. Ein jeder junger Mann würde bei diesem Anblick wohl schwach werden, jedoch war sich Merula sicher, sobald ihre Schwester sich zu sie stellen würde war sie nur noch die nette kleine Süße. Sie fasste sich prüfend mit beiden Händen an die Brüste und stützte sie seitlich schauend in die Höhe. Wieder stellte sie sich ihre Schwester neben ihr vor und begann eine Träne rollen zu lassen. "Wieso bist du so viel besser als ich!", schrie sie in den Spiegel und lies ihren gefühlen weiteren Raum. "ich, ich tue doch alles um so gut zu sein wie du! Nur werde ich nie mehr gesehen als ein kleines hübschen Vögelchen an einem Baum. Klein und unbedeutend. Ein kleines Lächeln wert, aber kein Strahlen in Gesichtern von Menschen die mich mögen... von denen ich will das sie mich mögen!"
Merula stolperte unwillkürlich schwer atmend zum Fenster und riss die Vorhänge zur Seite, welche eine friedliche Stadt am Füße eines kleinen Berges Preis gaben. Auf eben diesem stand das Schloss welches Merula die letzten Jahre ihre Heimat nannte. Ihr Augen glühten allerdings weder in Liebe oder Heimatfreuden. Es war Wut, Verzweiflung und... Hass. Sie stützte sich mit den Händen an die Fensterscheibe. Sie schien dick genug zu sein ein durchaus hohes Gewicht zu halten. Merulas Blick ging über die Stadt. Ihre Augen glühten bedrohlich ohne zu blinzeln. Sie sah Menschen und Hochkatzen wie Waldkatzen und Zwerge. Allesamt waren sie an den Vorbereitungen eines großen Festes beschäftigt, welches an diesem Tag abgehalten werden sollte. Alle schienen glücklich, freuten sich, verbrachten den schönsten Tag ihres Lebens in Unwissenheit, dass sie nichts minder schlimmeres im Begriff waren zu feiern als die Auslöschung eines Geschlechtes. Sie wusste um die Notwendigkeit dieser Tat. Jedoch würde sie sich nicht verstecken, verbergen oder gar verkriechen oder nachgeben. Sie sah durch das Fenster, ihre Hochkatzenaugen waren scharf, eine Frau die eine Kuh hinter sich her zog, ruppig und grob. Sie wollen sie bestimmt für das heutige fest schlachten. Morden um Mord zu feiern. Merula verstand all das nicht. Sie hielt ihre Hand immer noch am Fenster und schaute durch ihr Finger die halb vom Licht des Meeres durchleuchtet wurde. Kurz war sie fasziniert von den fluoreszierenden Knochen in ihrem Inneren, was aber schnell verflog. Die grobe Frau zog die, für Merula, arme Kuh weiter die Straße herauf in den oberen teil der Stadt. Perspektiv Bewegte sich die Frau zwischen Zeige und Ringfinger ihrer Hand die immer noch an der Glasscheibe klebte an der Merula sich stützte und nach draußen starrte. Sie wartete eine Moment bis die Kuh ihren Fingernagel passiert hatte. Dann schloss sie ihre beiden Finger und schloss traurig im selben Moment die Augen. Dicke Tränen rollten von ihrer Wange, heiß und wissend was geschehen war. Sie sank unter dem Fenster zusammen und hielt sich mit einer Hand den linken Arm der sich soeben in hassenden Gefühlen geschlossen hatte. Sie weinte nur. Was war nur in ihrem Leben passiert? Nun saß sie kauernd am Boden unter einem Fenster, das einen leuchtend roten Abdruck nicht verbergen konnte. Am Fenster war ein kleiner prägnanter roter Fleck, leicht durchscheinend. Durchnässt wie Merulas BH. Es waren Schmerzensschreie.
"Suri mach auf! Sofort!", war eine laute Stimme von draußen zu hören. "Ich hack dir deine dümmliche Nager-Schnauze zu Einstreu! Mach auf!" Merula war am verzweifeln und schrie: "Mach schon auf Suri!" Auf Merulas Worte öffnete der kleine magische Mechanismus die Tür und Luana stürmte ins Zimmer. Ihre rote Strähne in den weißen Haaren glühte. Ein Zeichen für Stress? Oder Angst? Oder Mehr?
Luana setzte sich barfuß, sie musste wohl ihre hohen Schuhe irgendwo im Treppenhaus wegegeworfen haben, zu ihrer kleinen Schwester. Und umarmte sie am Boden. Gemeinsam saßen sie an die Wand gelehnt und am Boden sitzend da. Die Nähe ihrer Schwester tat Merula gut. Sie öffnete ihre Hand. Diese war blutig. Luana verstand. Merula war dennoch aufgebacht und nervös. "Es ist niemandem etwas passiert. Ich hab es an mir ausgelassen. Du musst mir glauben!" Luana sah ihre kleine grüne Schwester nur liebevoll an. "Ich glaube dir..." Diese war nicht zufrieden, verstand aber wohl ihre Schwester endlich etwas mehr.
Merulas Augen waren traurig aber sie war sich sicher. "Scherben werden nicht mehr gebraucht in dieser Welt..."

Rot
Ein feiner knochenbleicher Sand, nur wenige Sandkörner, wehten über den scharfen Stein einer Klippe so weiß wie der Schnee einer Stadt nur einer wahren Deus bekannt. Es war nicht dieses weiß wie in den südöstlichen Gefilden Ferunes. Dieses Weiß schien wie ausgebleicht, aller Farben entzogen, aller Freude beraubt, und dennoch frei wie der starke Wind der in diesem schicksalshaften Moment über diese Klippe wehte. Eben diese weißen Klippen waren typisch für die raue See vor Ferunes prunkvoller Stadt Andrasthea die wie ein bunter Fleck in der weiß grünen Fidele von Ferunes Küste tronte. Fast schon malerisch wie Himbeeren in einer weißen Vanillesoße oder der Tat dieses Momentes entsprechender einem prägnanten Blutfleck im Schnee zeichnete sich die rote Haarpracht einer jungen Dame, äußerlich süßer als ihr Innerstes, in der weißen Unschuld dieses Ortes. Ihre wachsamen roten Augen schlichen im Blicke den geschwinden weißen Sandkörnern nach. Ihr wurde schmerzlich bewusst, wie verletzlich sterbliche Wesen ausgesetzt der Natur doch waren, schauend auf rötliche Stellen an ihren Händen und den faszinierten Sandkörnern hinterher träumend. Diese waren selbst nichts weiter als gemahlene Kiesel, oder Felsen, gar Berge im Winde verweht und zu Staube verdammt. Verdammt war durchaus ein Wort das hilfesuchend durch den rot gesäumten Kopf der jungen Dame, äußerlich jünger erscheinend als ihr Inneres geschickt vermag zu kaschieren, irrte. Sie wusste um ihr Hiersein vermutlich besser bescheid als die Person die das Ziel ihrer Reise zeichnete, hielt sie doch eine Waffe in beiden Händen, welche nicht im Stande noch im Willen war auch nur einen Warnschuss zu verbuchen. Die käufliche Meuchlerin mit den roten Haaren, wellend im Wind und lockig wirbelnd im Geschehen ihres Willens. Ihr Wille war es nicht den Knochen bleichen Sandkörnern nach zu mimen und sich dem Winde hinzugeben und sich treiben zu lassen. Und so spannte sie mit ihren geschickten blitzschnellen geübten Fingern eine 8-fach gezwirnte Sehne aus Drachenhaut über ein schwarzes Gestell aus Rädchen und Schrauben. Ein sehr unüblicher Anblick in der doch so naturbelassenen vertrauten Gegend. Das Gestell schien technisch hoch entwickelt wies aber Bestandteile aus Holz und pflanzlichen Fasern auf, welche doch aus dem exotischen Mordinstrument mit Garantie auf Sicherheitsabstand, eine handliche und damit noch effektivere Waffe machte. Die rothaarige Deus stützte das untere Ende des grausigen Komposit Bogens am Boden ab während sie die unbezahlbare Sehne für ihre nächste Schandtat in eben dessen Rädchen und Windungen spannte bis sie fest saß und bereit war Geschossen eine Mission zu geben die nichts weniger bedeuten als zu töten. Ihre Finger glitten über die Sehne die perfekt gespannt war und ihr Finger kribbeln ließ. Es war nicht das erste Mal, jedoch war jedes weitere Mal immer wieder eine Überwindung und letztendlich ein erfreutes Ausatmen wenn ihr gehärteter Pfeil, an dessen Ende eine Spitze aus rotem Vulkanglas, ihr Ziel traf. Die Waffe war bereit, ihr Ziel kennend, dem Blicke des roten Scharfsinnes folgend, auf ein kleines Bötchen im trüben Meer vor der Küstenstadt Ansrasthea Pfeil geboten. Ein dicker Lichtstrahl, sich durch eine massive Linse brechend, erleuchtete ein rotes Auge ringhaft-gerahmt in einem Iris-Ring aus vergessenen an Zusammenhang miteinander verzahnten Runen. Runen so filigran mosaiert, lassen gar Qualen wie vergessene Gedankenschwaden als Taten von gestern erscheinen die schon heute nur mehr wunderschön sind. Eben diese schmückten zierend ein Auge welches durch die Linse spähend en Ziel versuchte auszumachen, ein Ziel welches nahezu undenkbar am Leben bleiben solle. Am Leben um eben um jenes selbst bettelnd Hilfe ersuchend, schreiend auf das Hilfe kommen würde. Die rotäugige Sehnen-Spannerin mit dem ungerecht gerunten Adlerauge ließ einen ihrer willentlich gezogenen Pfeile in ihrem unnatürlich entwickelten Bogen Platz finden. Der armlange mächtige Pfeil nahm die volle Spannlänge ,die sich aus dem prägnant anmutendem Klang der Sehnenspannung und dem muskulösen aber gleichzeitig zierlichen Zug der roten Willigen zusammensetzte, des ascheschwarzen Bogens ein. Aufrecht stehend und ihr Ziel erspähend und um dessen Leben feilschend beäugte sie das friedliche Bötchen im wilden Wasser. Ein hölzerner Rumpf, ein lilernes Segel leicht ausgebleicht aber im Stande dem Wind Einhalt zu gebieten und das kleine Schälchen sicher über das Wasser zu tragen. Die kleine Schaluppe war ohne Zweifel klein genug um mit Hilfe eines mächtigen Pfeiles einige hundert Meter tiefer auf ewig ankern zu lassen. Die zielende Feilscherin um Leben und Tod zog ihren nachzierenden Blick in Richtung der Hauptstadt dieses Landes, welches von ihr aus östlich lag und das Meer in ihrem Westen begrenzend ihre südliche Klippe grüßend empfing. Dies war ihr Ziel, wohin gleich sich ihr wahres Ziel hinter den hohen Mauern die niemals eine Waffe mit zu viel Lebensenergie freudig empfangen würden befand. Eine Waffe wie sie es war. Blitzschnell ließ sie das scharfzulaufende Ende wieder in die Richtung des Schiffes schauend ein Ziel suchen welches ihrem Ersuchen ein Geschenk war. Blitzende Runen durch eine fingerdicke Line erspähten 2 Personen an Bord des unglücklich ausgelaufenen Schiffes. Einen liebenden Vater, vielleicht auf der Mitte seiner Lebensuhr, und seinen kleinen Sohn, gerade einmal im ersten Zehntel seines Lebens und am Ende eines abgekarteten Spieles welches er nicht selbst wählen durfte. Einen Komposit Bogen zu spannen erfordert die Kraft einer überdurchnittlichen Kriegerin und den Mut einer wahnsinnigen Närrin, welche beide in diesem wispernden Moment in perfektionistischer Präzision den sicheren Tod in Form eines schwarzen Pfeiles in die Welt gebaren. Das plötzliche Entlasten der bis zum Zenit gespannten Sehne durch das Freigeben des leichtsinnigen Geschosses enttarnte den Plan der tugendarmen Runenträgerin. Leicht unter der knallumwobenen Schallgrenze, einen sichtbaren Windschnitt vor sich her tragend, riss sich der blutsuchende Pfeil seinen Weg und nicht einmal einen zarten Wimpernschlag später traf er sein mit sadistischer Absicht erwähltes Ziel. Ein schwarzer Pfeil mit einer solch böshaften Absicht freigegeben hätte dieses Bötchen an den tiefsten Meeresgrund ketten können, jedoch war das Ziel wesentlich kleiner und marchialischer in der grausamen Tatsache dieser erhobenen Tat. Es war der kleine Junge, sich nun am Boden windend und in einem schrillen Laut kreischend um Hilfe ächzend bettelnd auf das sein Leid ein nahes Ende finden würde. Panische Schreie des Vaters untermalten das blutig akzentuierte Abbild eines Jungen der sich krümmend die aufgerissene Seite hielt die lediglich von dem reisenden Windschnitt neu gemasert wurde. Hatte der Pfeil sein Ziel verfehlt, verschont oder gar töricht verweigert? Der unabwendbare versiegte Tod als Blamage dieses schwarzen Bogens würde nur von einem überzeugend schelmisch kurz freudig erstrahlenden Mundwinkel des rothaarigen Emotions-Dilemmas entschuldigt, nein gar umgemünzt. Sie wollte den Schmerz. Die mangelnde Perfektion wurde zu einer Meisterleistung im Bereich der sadistischen Künste. Vermutlich trieb die Milz des Milchzahnigen als Fischfutterspende nun im blauen Nass dieses Küstenstreifens. Die Schreie des jungen Balgs würden Menschen im Hafen allarmieren und diese unwissend zu helfenden Marionetten einer tatenhungrigen Deus machen, auf das sie dieser blinden Passagierin unfreiwillig Weg und Geleit in das Herz dieses Landes Luzine bieten würden. Ohne das erfolgreiche Instrument ihrer Sehne zu erleichtern verscharrte die gerunte Grenzgängerin diese schnell in einem Gebüsch, hoffend um die weiße Einsamkeit dieser Klippen, und sprang nach einem kleinen absichernden Augenwurf hinab in die tiefen Fluten.

~Fortsetzung folgt~